„Die zivile Seenotrettung braucht unsere Solidarität!“

Köster im Austausch mit Seenotrettungsorganisationen und Regierung auf Malta

„Noch immer ist ein Großteil der Schiffe der zivilen Seenotrettungsorganisationen in den europäischen Häfen festgesetzt. Nachdem ihnen seit Juni Rettungseinsätze verwehrt wurden, werden die Bedingungen für Flüchtende, die in seeuntauglichen Schlauchbooten im Mittelmeer vor Kriegen, Verfolgung und Ausbeutung fliehen, immer unerträglicher. Während den Helfer*innen die Hände gebunden sind, ertrinken beinahe täglich Menschen auf offener See“, fasst der SPD-Europaabgeordnete Dietmar Köster die Lage der Seenotrettung auf dem Mittelmeer zusammen.

Dietmar Köster, der sich im Innenausschuss im Europäischen Parlament mit dem Thema „Flucht und Migration“ befasst, nimmt in der kommenden Woche an einer Delegation der deutschen Organisation Sea-Watch auf Malta teil, deren Schiff Sea Watch 3 seit Juli von den maltesischen Behörden beschlagnahmt im Hafen von Valetta liegt. „Die zivile Seenotrettung braucht unsere Solidarität. Die Kriminalisierung von Aktivitäten, die fliehende Menschen vor dem Ertrinken retten, ist unerträglich und muss endlich aufhören. Dafür muss den Anliegen der Seenotretter*innen Gehör verschafft werden. In dieser Hinsicht bin ich gespannt, wie die politisch Verantwortlichen auf Malta argumentieren werden“, erklärt der Abgeordnete seine Beweggründe für die Reise.

Die Delegation wird in den drei Tagen auf Malta unter anderem die Schiffe der deutschen Seenotrettungsorganisationen Sea-Watch, Mission Lifeline und Sea Eye besuchen. Dort werden Crewmitglieder von ihren Einsätzen berichten. Außerdem wird ein Austausch mit Geflüchteten stattfinden. „Das Sterben im Mittelmeer ist Konsequenz des jahrelangen Wegschauens der Europäischen Union. Mangels legaler Fluchtwege begeben sich die Flüchtenden, entkommen aus den Folterlagern in Libyen, auf die gefährliche Überfahrt. Sie haben das Recht auf einen Asyl-Antrag in einem EU-Mitgliedsstaat, ohne sich und ihre Angehörigen dafür in Lebensgefahr bringen zu müssen“, so Köster abschließend.